In dieser Ausgabe
+ Ist Dialekt nochzeitgemäß?

+ Integration jungerRußlanddeutscher

+ Mittelalterliches Lüneburg:Weißes Gold, rote Klinker

+ Erholung zwischen Lahn, Sieg und Eder.

+ Flüchtlingskindergartenin Jordanien

+ Freihandelsabkommen USA - Europa

+ Das Schicksal des Windhuker Reiters

+ Europa im Jahrhundert der Kriege

+ Feuerwehr-Oldtimer in PEI

Liebe Leserinnen und Leser,

“Die Freunde zählen”, zog unsere Redakteurin Elisabeth von Ah in der 50. “Deutsche Rundschau”-Ausgabe Bilanz. Ich teile Elisabeths Ansicht, denn ohne Sie, unsere geschätzte Leserschaft, Freunde und die zahlreichen Förderer unserer Monatszeitung hätten wir im Juni dieses Jahres nicht unseren 11. Geburtstag feiern und diese, die unsere 100. Ausgabe ist, nicht produzieren können. Für Ihre treue Leser-Blatt-Bindung, wie es im Journalistendeutsch genannt wird, Ihre Verbundenheit zu unserer Zeitung danke ich Ihnen sehr herzlich. Ich danke unseren Autorinnen und Autoren für ihre unentgeltliche journalistische Arbeit.

Ich danke unseren Anzeigenkunden und all denen, die mit Ideen, Vorschlägen, Kapitaleinlagen und Spenden seit mehr als einem Jahrzehnt das Überleben und Wachsen unserer Zeitung sichern.

Die “Deutsche Rundschau” hat in den vergangenen 11 Jahren an Ansehen gewonnen. Wer meine am Anfang zugegeben etwas vollmundige Ankündigung “Weltzeitung für Deutschsprechende in Kanada aus der Taufe gehoben!” noch 1997 belächelte, wird in Anbetracht der rund 80.000 ständigen Leserinnen und Leser, die wir heute in mehr als 140 Ländern erreichen, eines Besseren belehrt. Unsere Zeitung beweist, daß Deutsch sprechende und lernende Menschen, die im Ausland leben, arbeiten, studieren, gern bereit sind, 45 amerikanische Dollar für ein Jahresabonnement auszugeben, wenn sie der Inhalt und die Gestaltung einer Zeitung anspricht.

Ich weiß, daß unser Bemühen, mit unseren Beiträgen, Kommentaren und Meldungen den Nerv der Zeit zu treffen, nicht immer den Lesegeschmack aller Leserinnen und Leser treffen kann. Einmütigkeit in allen Ansichten, und das erleben wir auch intern unter allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, würde sogar eher gegen als für die Publikation sprechen. Das Wort “unabhängig” auf unserer Titelseite bedeutet für uns in der Redaktion und für unsere Autorinnen und Autoren, daß wir Ihnen unsere Meinung, gebildet auf der Grundlage sorgfältiger Recherche und unserer Erfahrungen und Überzeugungen, anbieten und es Ihnen überlassen, sie zu teilen oder nicht zu teilen. Auf den Abdruck von veralteten Agenturmeldungen werden wir, wie schon von Anbeginn an, auch zukünftig verzichten.

Ihre Hinweise zu Inhalt, Form und Gestaltung unserer Zeitung waren für uns immer Anlaß unsere Arbeit zu hinterfragen. Die “Deutsche Rundschau” ist nicht perfekt. Sie ist, wie unser Kollege Alexander Koensler aus Rom schrieb, “ein bunter Flickenteppich”. Doch gerade dieser grob gewebte Flickenteppich scheint bei Ihnen, wie wir aus Ihren Leserbriefen erfahren, gut anzukommen.

“Haben Sie Dank für Deutsche Rundschau. Lesen bei uns ganzes Dorf”, schrieb uns 1998 ein Rußlanddeutscher aus dem Altaigebirge. Die “Freunde der deutschen Sprache in Nepal” baten wie eine deutsche Sprachschule in Brasilien um weitere Freiexemplare. Anerkennende Worte schrieben uns auch amerikanische Gouverneure, kanadische und europäische Spitzenpolitiker und Unternehmer. Doch besonders freut es uns, wenn unser idealistisches Engagement von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, gelobt wird.

Chinesische Zeitungen druckten Beiträge von uns nach. “Deutsche Rundschau” fand, wie unser Leser Atze Schmidt aus Peking schrieb, sogar Eingang in ein chinesisches Schulbuch. Ein Prinz aus Togo legte seinem Dankschreiben sein Foto bei. Dies brachte uns auf die Idee, Sie aufzufordern, uns zu zeigen, wo Sie die “Deutsche Rundschau” lesen. Einer Bitte, der gern entsprochen wurde. Und so zeigten die eingesandten Fotos amerikanische Germanistikstudenten und polnische Sprachschüler mit unserer Zeitung. Besonders bewegten mich die Bilder, die eine deutschsprachige lutherische Gemeinde mit unserer Zeitung in der Hand vor ihrer Kirche in Serbien, eine vietnamesische Reiseführerin in Hanoi, eine Deutsch sprechende Afrikanerin in Namibia zeigten. Wer will beim Anblick dieser Fotos noch bezweifeln, daß die “Deutsche Rundschau” eine “Weltzeitung” ist?

Daher ist es für uns unverständlich, daß die deutsche und die österreichische Regierung im Schnellgang zwar Milliarden für von der Pleite bedrohte Banken locker machen können, aber für deutsche Auslandsmedien und Vereine nur Almosen und selten ein anerkennendes Wort übrig haben. Deutschland und Österreich sind die einzigen Länder, die seit Jahren “aus Sparsamkeitsgründen” nicht in den zumeist finanziell klammen deutschsprachigen Auslandsmedien für die Bundeswahlen und Europawahl werben.

Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, daß nach 11 Jahren vergeblichen Wartens doch noch ein deutscher oder österreichischer Botschafter oder die zuständigen Pressereferenten der Botschaften in Ottawa den Weg in die Redaktionsstuben unserer Zeitung finden.

Ich berichte dies nicht um zu jammern, sondern um auf einen änderungswürdigen Zustand hinzuweisen. Lassen Sie uns, liebe Leserinnen und Leser, gemeinsam gegen den bedauerlichen Wahrnehmungsverlust der deutschen und österreichischen Regierungen anschreiben. Lassen Sie uns gemeinsam aus der kleinen globalen Zeitung “Deutsche Rundschau” eine anspruchsvolle Massenzeitung entwickeln, die auch “Global Players” nicht mehr übersehen können.

Die Freunde zählen. Danke, daß Sie, wo immer Sie leben und arbeiten, die “Deutsche Rundschau” fördern. Danke, daß Sie uns auch in schweren Zeiten zur Seite standen und stehen. Danke, daß Sie den Traum von einer internationalen Monatszeitung für Deutschsprechende im Ausland erfüllen helfen. Auf Freunde wie Sie werden wir uns auch in Zukunft mit Freude, Stolz und Zuversicht verlassen.

Ich freue mich auf Ihre Zuschriften!

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Juri Klugmann

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