In dieser Ausgabe
+ Ist Dialekt nochzeitgemäß?

+ Integration jungerRußlanddeutscher

+ Mittelalterliches Lüneburg:Weißes Gold, rote Klinker

+ Erholung zwischen Lahn, Sieg und Eder.

+ Flüchtlingskindergartenin Jordanien

+ Freihandelsabkommen USA - Europa

+ Das Schicksal des Windhuker Reiters

+ Europa im Jahrhundert der Kriege

+ Feuerwehr-Oldtimer in PEI

Liebe Leser,

“Go East – Deutschlands starker Osten”. Unter diesem Motto haben wir für Sie erst kürzlich die jungen Bundesländer 10 Jahre nach der Wiedervereinigung besucht. Wir stellten Ihnen in einer Beitragsserie interessante Menschen, Persönlichkeiten, Städte und Regionen vor. Ein besonderes Lob möchte ich an dieser Stelle dem Presse- und Informationsamt der deutschen Bundesregierung und dem Besucherdienst von Inter Nationes aussprechen, deren Mitarbeiter uns mit Rat und Tat zur Seite standen. Ohne diese Förderung wäre unseren Redakteuren, Korrespondenten und mir bestimmt manch wichtige Tür verschlossen und wertvolle Erfahrung versagt geblieben.
Da Ihnen, geschätzte Leser, die westelbischen Bundesgebiete gewiß vielfach vertrauter als der Osten Deutschlands sind, haben wir uns bewußt für Sie in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen umgeschaut. Was lag näher, als mit dem ersten Mann des jeweiligen Bundeslandes ins Gespräch zu kommen? Was lag näher, als die Oberbürgermeister und bekannte Persönlichkeiten danach zu befragen, warum sie gerade ihren Heimatort und ihre Heimatregion im Ausland lebenden Deutschsprechenden als interessanten Unternehmensstandort und sehenswertes Reiseziel empfehlen? Was lag näher, als sich vor Ort davon zu überzeugen, ob das vielfach vermittelte Negativ-Bild von Deutschland insgesamt und den “ausländerfeindlichen Ostdeutschen” nicht einer dringenden Korrektur bedarf?
Um das zu ergründen, habe ich gerne die Kritik von Lesern in Kauf genommen, die sich darüber beklagten, daß wir uns in unserer jüngsten Berichterstattung zu sehr auf die neuen deutschen Bundesländer konzentrierten, statt ein gesamtdeutsches Bild zu vermitteln.

Die für mich persönlich wohl wichtigste Erfahrung unserer jüngsten Journalistenreisen war diese: Alle Spitzen- und Lokalpolitiker, mit denen wir ins persönliche Gespräch kamen, wollten nicht nur die gebotene Chance zur Selbstdarstellung nutzen, sondern sie erkundigten sich sehr genau danach, was Deutschsprechende im Ausland bewegt. Vielfach tauchte die Frage auf, wie Deutschstämmige über heutige politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen in ihrer ehemaligen Heimat denken. In besonders einprägsamer Erinnerung sind mir unsere (wiederholten) Begegnungen mit den Ministerpräsidenten von Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt, aber auch unsere sehr offenen, konstruktiven Gespräche mit Staatssekretär Heye in Berlin und Staatsminister Huber in München geblieben.

Es scheint mir, daß im Gegensatz zu manchem Industrieboß, deutsche Politiker und mittelständische Firmenchefs eher bereit sind, das Verhältnis zu Deutschsprechenden im Ausland als Segment deutscher auswärtiger Kulturpolitik, weg vom vorurteilsbehafteten“Schwarz-Weiß-Denken”, neu zu bewerten.
Sie wissen, die “Deutsche Rundschau” kritisiert im Interesse ihrer weltweiten Leserschaft oft und sehr heftig die Rotstiftpolitik der ehemaligen und der jetzigen Bundesregierung. Aber als wichtige internationale Stimme der im Ausland lebenden und arbeitenden Deutschsprechenden beklagen wir uns nicht nur. Wir wollen z.B. mithelfen, das Verhältnis zwischen Politikern der deutschsprachigen Vaterländer und Mitgliedern von Organisationen der im Ausland lebenden Deutschsprechenden zu verbessern. Deshalb suchen wir bewußt den konstruktiven Dialog mit deutschen Spitzenpolitikern. Wie Sie auch in dieser Ausgabe sehen und lesen können, wurde unsere Initiative angenommen.

Nicht nur der Regierungssprecher der Bundesrepublik Deutschland und die Ministerpräsidenten und Minister verschiedener Bundesländer hörten uns an. Nein, auch Parlamentarier der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien fanden Zeit für uns. Oberbürgermeister und Einwohner von mittel- und norddeutschen Städten kamen mit uns ins Gespäch, gaben uns Gelegenheit zum Umschauen.
Meinungsverschiedenheiten gab es auch. Beispielsweise in der Frage, wie deutsche auswärtige Kulturpolitik am Besten ihre Adressaten erreichen kann. Das ist bei diesem brisanten Thema nicht ungewöhnlich. Unterm Strich zeigten sich jedoch alle Gesprächspartner interessiert und versprachen, unsere Vorschläge sorgfältig zu prüfen.

Regelrecht begeistert wurde unser Angebot aufgenommen, gemeinsam mit örtlichen Handwerkskammern einen Austausch von Lehrlingen und jungen Handwerksgesellen zwischen deutschen und nordamerikanischen Familienunternehmen über unsere internationale Monatszeitung ins Leben zu rufen. Mit dieser Aktion möchte die “Deutsche Rundschau” erneut ihre völkerverbindende Mission unter Beweis stellen. Wir setzen uns dafür ein, daß junge Leute die Gelegenheit erhalten, ihre Traumländer und andere Unternehmenskulturen zu besuchen und kennenzulernen.
Es ist an der Zeit, daß wir uns auf die Lösung der wichtigen Fragen der Gegenwart und Zukunft konzentrieren. Vielfältige Begegnungen zwischen Deutschen und Deutschsprechenden, über Ozeane und Ländergrenzen hinweg, gehören dazu. Persönliche Kontakte können von websites im Internet angeregt, aber nicht ersetzt werden.

Ihre Ideen und die Bereitschaft zur Mitarbeit sind gefragt. Bitte teilen Sie uns mit, wie die Zusammenarbeit zwischen in Europa lebenden und außerhalb Europas wohnenden Deutschsprechenden noch verbessert werden kann. Auf Ihre Zuschriften freut sich

Ihr Juri Klugmann

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