In dieser Ausgabe
+ Ist Dialekt nochzeitgemäß?

+ Integration jungerRußlanddeutscher

+ Mittelalterliches Lüneburg:Weißes Gold, rote Klinker

+ Erholung zwischen Lahn, Sieg und Eder.

+ Flüchtlingskindergartenin Jordanien

+ Freihandelsabkommen USA - Europa

+ Das Schicksal des Windhuker Reiters

+ Europa im Jahrhundert der Kriege

+ Feuerwehr-Oldtimer in PEI

Archiv für Februar 2000


Liebe Leser,

was im deutschsprachigen Teil Europas, insbesondere in Deutschland, vor sich geht, läßt im Ausland lebende Deutschsprechende mehrheitlich nicht kalt. Ganz gleich, ob man die ehemalige Heimat unter Zwang verlassen mußte oder “nur” der Liebe wegen auswanderte, vielleicht in der Hoffnung auf eine glücklichere und sozial sicherere Zukunft unter fremden Sternen – die Bindung an das Zurückgelassene bleibt. Häufig wächst das Interesse an politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Ereignissen mit zunehmendem Abstand. So war und ist es gerade das von den jeweiligen Landesmedien nur mangelhaft und “einäugig” befriedigte Informationsbedürfnis der im Ausland lebenden Deutschsprachigen, welches im letzten Jahrhundert zur Neugründung oder Wiederbelebung deutschsprachiger Auslandsmedien, darunter auch der “Deutschen Rundschau”, führte.

Und obwohl den Bundesregierungen in Deutschland und Österreich gewiß bekannt ist, daß das Deutschland- und Österreichbild der außerhalb des deutschsprachigen Europas lebenden Deutschsprechenden wesentlich von den Meldungen nationaler, nicht unbedingt immer deutsch-und österreichfreundlicher Nachrichtenmagazine und Fernsehsender geprägt wird, scheinen die Mittel für den Ausbau eigener deutschsprachiger Nachrichtensendungen und die Förderung deutschsprachiger Medien im Ausland immer spärlicher zu fließen. So hat z.B. der dem bekanntesten deutschen Auslandssender, der Deutschen Welle, von der SPD-Regierung verordnete Aderlaß vor allem uns im Ausland lebenden Deutschsprechenden eine wichtige Informations- und Unterhaltungsquelle entzogen. Die Schließung weiterer Goethe-Institute, der Entzug wichtiger finanzieller Mittel für den VDA und die Ablehnung von offiziellen Fördermitteln für Medien wie unseres setzt offenbar die Serie des (planmäßigen?) Beziehungsabbruchs zwischen im Ausland lebenden Deutschsprechenden und Deutschland weiter fort. Dabei spreche ich noch gar nicht von den vielen, die deutsche Bundesregierung händeringend um finanzielle Unterstützung bittenden deutschen Sprachschulen, Organisationen und Klubs.

Gesagt werden muß, daß die “Rotstiftpolitik” der Bundesregierung Deutschlands keineswegs erst mit der rot-grünen Berliner Regierung begonnen hat. Vielmehr sei an dieser Stelle an die von uns im Herbst 1997 veröffentlichten kühlen Absagen der Kohl/Kinkel-Regierung erinnert, als sich die “Deutsche Rundschau” mit einem Bittgesuch nach Bonn gewandt hatte. Gerade auch unter diesem spezifisch “auslandsdeutschen” Blickwinkel wiegen die “schwarzen Konten” Helmut Kohls und der Skandal um CDU-Parteispenden auch für Deutschsprechende im Ausland schwer. Während für hilfesuchende auslandsdeutsche Organisationen und Einrichtungen keine müde Mark vorhanden war, ließen deutsche Spitzenpolitiker mit Geldern aus dunklen Quellen ihre heimlichen Parteikassen klingeln. Mit dem Sprichwort: “Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken” bewahrheitet sich auch in diesem Fall der Volksmund.

Der Schröder/Fischer-Regierung ist deshalb geraten, die von auslandsdeutschen Vereinen, Klubs, Organisationen und Medien ausgestreckte Hand zu ergreifen und die “Rotstiftpolitik” zu stoppen. Letztendlich haben im Ausland lebende Deutschsprechende nicht nur einen wesentlichen Einfluß darauf, ob und welche deutsche Erzeugnisse gekauft und welche deutschen Serviceleistungen in Anspruch genommen werden, sondern auch darauf, wie sich das Ansehen Deutschlands im Ausland verbessert. Oder? Auf Ihre Zuschriften freut sich

Ihr Juri Klugmann

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