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Liebe Leser, der Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland e.V. (VDA) wird im kommenden Jahr 120 Jahre alt. Vielen von Ihnen wird diese traditionsreiche Organisation noch unter dem ehemaligen Namen "Verein für das Deutschtum im Ausland" ein Begriff sein. Der neue Name wurde dem Zeitgeist angepaßt, das große Engagement seiner Mitglieder zum Wohle der deutschen Landsleute in aller Welt blieb unverändert. Der VDA sieht sich als Brücke zu den zwischen 14 und 15 Millionen Deutschen in aller Welt, die sich der alten Heimat bzw. der Heimat ihrer Vorfahren emotional verbunden fühlen und die deutsche Sprache und Kultur pflegen. Seine besondere Solidarität gilt, wie es in dem Aufruf an die Mitglieder und Freunde des VDA heißt, jenen Deutschen, die sich in Mittel- und Osteuropa sowie der ehemaligen Sowjetunion nach jahrzehntelanger Unterdrückung um die Wiederbelebung der deutschen Sprache und Kultur bemühen. Es besteht kein Zweifel darüber, daß es in der Geschichte des VDA eine Reihe von Versuchen verschiedener deutscher Regierungen gab, diese Organisation zu mißbrauchen. Sie als Ochsen vor den Karren ihrer politischen Interessen zu spannen. Bei einem Verein, der sich um die Aufrechterhaltung der Verbindungen zu seinen Landsleuten im Ausland bemüht, überrascht das nicht sonderlich. Das mag für manche Funktionäre und verschiedene Mitglieder des VDA belastend -- für andere gar verlockend gewesen sein. Ich weiß nicht, was z.B. die demokratisch gewählte VDA-Führung in der NS-Zeit dem Diktat der braunen Machthaber entgegensetzte? Gleichschaltung stand im "Tausendjährigen Reich" auf der Tagesordnung. Wie Kritiker behaupten, ordnete sich der VDA der "Führer befiehl, wir folgen!"-Aufforderung unter. Leider! Und doch: Mir fehlt, wie vielen Angehörigen meiner Generation, die genaue Sachkenntnis und somit auch das Recht, um über Gut und Böse, Recht und Unrecht in den einzelnen geschichtlichen Entwicklungsphasen des VDA zu befinden. Korrekt
ist, daß den Weg von der Gründung am 15. August 1881 in Berlin
als "Allgemeiner Deutscher Schulverein" zum heutigen VDA Persönlichkeiten
aus allen Parteien sowie gesellschaftlichen Klassen und Schichten geprägt
haben. Der Reichspräsident Paul von Hindenburg, der zu Zeiten der Weimarer
Republik an der Spitze der Organisation stand, gehörte ebenso dazu wie
die prominenten Sozialdemokraten Wilhelm Hoegner und Wenzel Jaksch. Wer seine
Emotionen beiseite schiebt und für Gerechtigkeit eintritt, muß
zugeben, daß es der VDA einfach nicht verdient hat, allein an seinen
Taten in dunklen Jahren gemessen zu werden. Ihr Juri Klugmann |
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