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Liebe Leser,
was im deutschsprachigen Teil Europas, insbesondere
in Deutschland, vor sich geht, läßt im Ausland lebende Deutschsprechende mehrheitlich nicht kalt. Ganz
gleich, ob man die ehemalige Heimat unter Zwang verlassen mußte oder "nur" der Liebe wegen auswanderte,
vielleicht in der Hoffnung auf eine glücklichere und sozial sicherere Zukunft unter fremden Sternen - die
Bindung an das Zurückgelassene bleibt. Häufig wächst das Interesse an politischen, wirtschaftlichen,
kulturellen und sportlichen Ereignissen mit zunehmendem Abstand. So war und ist es gerade das von den jeweiligen
Landesmedien nur mangelhaft und "einäugig" befriedigte Informationsbedürfnis der im Ausland
lebenden Deutschsprachigen, welches im letzten Jahrhundert zur Neugründung oder Wiederbelebung deutschsprachiger
Auslandsmedien, darunter auch der "Deutschen Rundschau", führte.
Und obwohl den Bundesregierungen in Deutschland und Österreich gewiß bekannt ist, daß das Deutschland-
und Österreichbild der außerhalb des deutschsprachigen Europas lebenden Deutschsprechenden wesentlich
von den Meldungen nationaler, nicht unbedingt immer deutsch-und österreichfreundlicher Nachrichtenmagazine
und Fernsehsender geprägt wird, scheinen die Mittel für den Ausbau eigener deutschsprachiger Nachrichtensendungen
und die Förderung deutschsprachiger Medien im Ausland immer spärlicher zu fließen. So hat z.B.
der dem bekanntesten deutschen Auslandssender, der Deutschen Welle, von der SPD-Regierung verordnete Aderlaß
vor allem uns im Ausland lebenden Deutschsprechenden eine wichtige Informations- und Unterhaltungsquelle entzogen.
Die Schließung weiterer Goethe-Institute, der Entzug wichtiger finanzieller Mittel für den VDA und die
Ablehnung von offiziellen Fördermitteln für Medien wie unseres setzt offenbar die Serie des (planmäßigen?)
Beziehungsabbruchs zwischen im Ausland lebenden Deutschsprechenden und Deutschland weiter fort. Dabei spreche ich
noch gar nicht von den vielen, die deutsche Bundesregierung händeringend um finanzielle Unterstützung
bittenden deutschen Sprachschulen, Organisationen und Klubs.
Gesagt werden muß, daß die "Rotstiftpolitik" der Bundesregierung Deutschlands keineswegs
erst mit der rot-grünen Berliner Regierung begonnen hat. Vielmehr sei an dieser Stelle an die von uns im Herbst
1997 veröffentlichten kühlen Absagen der Kohl/Kinkel-Regierung erinnert, als sich die "Deutsche
Rundschau" mit einem Bittgesuch nach Bonn gewandt hatte. Gerade auch unter diesem spezifisch "auslandsdeutschen"
Blickwinkel wiegen die "schwarzen Konten" Helmut Kohls und der Skandal um CDU-Parteispenden auch für
Deutschsprechende im Ausland schwer. Während für hilfesuchende auslandsdeutsche Organisationen und Einrichtungen
keine müde Mark vorhanden war, ließen deutsche Spitzenpolitiker mit Geldern aus dunklen Quellen ihre
heimlichen Parteikassen klingeln. Mit dem Sprichwort: "Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken" bewahrheitet
sich auch in diesem Fall der Volksmund.
Der Schröder/Fischer-Regierung ist deshalb geraten, die von auslandsdeutschen Vereinen, Klubs, Organisationen
und Medien ausgestreckte Hand zu ergreifen und die "Rotstiftpolitik" zu stoppen. Letztendlich haben im
Ausland lebende Deutschsprechende nicht nur einen wesentlichen Einfluß darauf, ob und welche deutsche Erzeugnisse
gekauft und welche deutschen Serviceleistungen in Anspruch genommen werden, sondern auch darauf, wie sich das Ansehen
Deutschlands im Ausland verbessert. Oder? Auf Ihre Zuschriften freut sich
Ihr Juri Klugmann
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