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Liebe Leser,
Partner oder Konkurrent? Viel Positives gab es bisher zum Verhältnis zwischen den im deutschsprachigen Sprachraum
produzierten und den im übrigen Teil der Welt vorhandenen deutschsprachigen Medien nicht zu berichten. Das
Thema "Auslandsdeutsche" war lange Zeit in den Medien tabu; und wenn berichtet wurde, dann meistens nur
über die östlich der Oder und Neisse lebenden "Brüder und Schwestern". Die deutschsprachigen
Medienwinzlinge im westlichen Ausland waren vielen Redaktionen großer deutscher und österreichischer
Tagesmedien und Magazine keinen Schuß Druckerschwärze wert. Galten diese in von den 68er "Revolutionsjahren"
geprägten Journalistenkreisen doch als rechtsradikal und deshalb suspekt.
Nein - als Konkurrenz wurden und werden unsere im Ausland produzierten deutschsprachigen Medien gewiß nicht
angesehen. Eher auf Grund mangelnder Professionalität und steinzeitlicher Herstellungsmethoden belächelt.
Und selbst, wenn der eine oder andere Kleinverleger oder Allzweckreporter in seiner deutschsprachigen Auslandszeitung
oder "deutschen Auslandsstimme" mal einen politischen Furz ließ, reichte dessen Gestank nicht bis
in die deutsche, österreichische oder schweizerische Öffentlichkeit. Es mag sein, daß besonders
gewissenhafte Pressesekretäre der Botschaften besonders krasse journalistische Ausrutscher
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Warnung
Solche Bücher läßt du drucken!
Teurer Freund, du bist verloren!
Willst du Geld und Ehre haben,
Mußt du dich gehörig ducken.
Nimmer hätt ich dir geraten
So zu sprechen vor dem Volke,
So zu sprechen von den Pfaffen
Und von hohen Potentaten!
Teurer Freund du bist verloren!
Fürsten haben lange Arme,
Pfaffen haben lange Zungen,
und das Volk hat lange Ohren!
Heinrich Heine
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auf dem Dienstweg an das jeweilige Auswärtige Amt meldeten. Zu einem handfesten Skandal mit anschließendem
Rauschen im heimatlichen Blätterwald hatte es jedoch, Gott sei Dank, nie gereicht. Und so erfüllte sich
auch die heimliche Hoffnung so manchen Medienmachers im Ausland, "lieber einen schlechten Ruf zu haben, statt
gar nicht bekannt zu sein", nicht. "Deutschsprachige Auslandsmedien? Ja, gibt es die denn überhaupt
noch?" war dagegen häufiger zu hören.
Partnerschaft? Wirkliche Anerkennung durch Berufskollegen blieb den hart arbeitenden Eigentümern und Mitarbeitern
der rund 3000 deutschsprachigen Publikationen und 400 deutschsprachigen Rundfunkprogramme, die heute noch außerhalb
des deutschsprechenden Raumes Europas existieren, bisher mehrheitlich versagt. Die oft übermenschlichen Anstrengungen
und die Selbstlosigkeit der Macher dieser Medien, die notwendig sind, um sich als deutschsprachiges Fernseh- oder
Rundfunkprogramm oder deutschsprachige Publikation in einer fremden Kultur zu behaupten, werden auch heute noch
nicht, oder kaum, von Politikern und Regierungsbeamten in Berlin, Bonn und Wien wahr-, geschweige denn ernst genommen.
Wer das abstreitet, möge mir bitte Beispiele nennen, in denen deutsche oder österreichische Bundestagsabgeordnete
in einer Parlamentsdebatte in den letzten Jahrzehnten ein Wort über den vielleicht bescheidenen, doch umso
mehr lobenswerten Beitrag deutschsprachiger Auslandsmedien zur Erhaltung der deutschen Sprache und Kultur im Ausland
verloren haben.
Ich weiß nicht, ob jetzt, mit der neuen rot-grünen Regierung in Bonn, alles anders werden wird. Immerhin
hat das freudige Rätselraten darüber, ob deutschsprachige Medien aus dem Ausland am Geburtstagstisch
des Bundeskanzlers zum 50jährigen Jubiläum der Bundesrepublik mit Platz nehmen dürfen, bereits begonnen.
Auf alle Fälle bleibt zu wünschen, daß die Berliner Regierung im Umgang mit deutschsprachigen Auslandsmedien
eine andere Politik verfolgt als ihre Vorgänger in Bonn. Die Signale, die bisher gesetzt wurden, deuten es
nicht an. Da wurde mit einem Federstrich der Deutschen Welle in Köln der Etat in Millionenhöhe gekürzt.
Niemand scheint sich dabei ernsthafte Gedanken gemacht zu haben, welche Konsequenzen diese Kürzungen insbesondere
für die deutschsprachigen Zuschauer und Hörer der beliebten DW-Programme haben. Bei aller berechtigter
Zuschauerkritik an den Programmveränderungen bei Deutscher Welle - tv muß man der Programmdirektion
dieses öffentlich-rechtlichen Senders bescheinigen, daß sie nicht wie ein Känguru große Sprünge
machen kann, ohne etwas im (Geld) Beutel zu haben. Vielmehr ist zu sagen, daß ohne Werbeaufträge und
Serviceleistungen der Deutschen Welle und ohne die persönliche Unterstützung des DW-Intendanten Prof.
Dieter Weirich weitere deutschsprachige Medien im Ausland längst das Handtuch hätten werfen müssen.
Zu danken ist nicht nur der Deutschen Welle, sondern auch Nachrichtenagenturen wie A D N und ADX Wirtschaftsnachrichten,
Tageszeitungen wie der "Berliner Morgenpost", Magazinen wie INSIGHT oder GLOBUS, Organisationen wie dem
Verein für das Deutschtum im Ausland e.V., der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Internationalen Medienhilfe
(IMH), daß sie sich als Berichterstatter und Veranstalter dem Thema "Deutschsprachige Medien im Ausland"
zugewendet und damit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf uns gelenkt haben. Bleibt zu wünschen,
daß auch der offene Brief der Mitglieder der IMH an Bundeskanzler Schröder nicht seine Wirkung verfehlt.
Auf Ihre Zuschriften freut sich wie immer
Ihr Juri Klugmann
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