Liebe Leser,
Recht hat, wer da denkt, daß Geld die Welt regiert. “Die goldene Regel ist”, sagte mir einst ein erfolgreicher
Geschäftsmann im Interview, “daß wer das Gold hat, auch die Regel macht”. Geld und Gold ist jedoch nicht
alles. Meine Lebenserfahrung besagt, daß erfolgreich auch sein kann, wer viele Freunde hat und sich für
eine gute Sache einsetzt. Deutsche Rundschau hat viele Freunde. Da waren zum Beispiel Frank, der Schweizer, Hans,
der Hamburger, John, der Donauschwabe, Lilo und Otto aus Bremen und die Kanadierin Yvonne, die, begeistert von
der Idee “Weltzeitung für Deutschsprechende”, das nötige Startkapital zur Verfügung stellten.
Oder die ehrenamtlichen Packer. Karl und Inge, Hilde und Stefan, Irene und Waldemar sind schon von Anbeginn dabei.
Tausende von Zeitungen haben sie in den letzten zwei Jahren schon gepackt. Sie kamen bei Regen oder Sonnenschein,
Gewitter oder Schneesturm. Wenn man sie braucht, sind sie zur Stelle. Der Anfahrtsweg, oft über 100 km, hat
sie nicht abgeschreckt. Viele haben in den letzten Jahren unbezahlt beim Verpacken und Vertrieb der Deutschen Rundschau
geholfen. Wenn Not am Mann war, sprangen der Student aus der Dominikanischen Republik, die aus der Tschechischen
Republik stammende Grundstücksmaklerin, die österreichische Dichterin und Besucher aus Deutschland ein.
Ob sie Theresa oder Sabine, Elke oder Bill, Günter oder Iris, Brunhild oder George, Friedrich oder Klaus,
Stewart oder Cornelius heißen, sie sind auch dann zur Stelle, wenn klar ist, daß außer einem
Dankeschön kein Entgelt zu erwarten ist.
Volontäre sind auch Hazel und Kathleen. Die beiden Kanadierinnen sortieren seit zwei Jahren, Ausgabe für
Ausgabe, nach Ländern und Postleitzahlen in die Postsäcke von Canada Post. Ihre geografischen Kenntnisse
sind dabei um einiges erweitert worden. Sie wissen heute, wo Belarus liegt und Abu Dubai. “Wenn ich in einem fremden
Land leben würde, wäre ich sehr froh, eine Zeitung in meiner Muttersprache lesen zu können”, beantwortet
Kathleen die Frage, warum sie sich so sehr für die Deutsche Rundschau einsetzt. Der kanadische Truckfahrer
Jack ist von Anfang an dabei. Nein, Deutsch spricht auch er nicht. “Doch ich hatte schon einmal einen Deutschkanadier
zum Freund. Damals, als ich noch meine Hühnerfarm hatte. Mit dem habe ich zusammen auf dem Markt Eier verkauft.
Leider ist er verstorben…” Die Motive, unserem Medienkind laufen zu helfen, sind so verschieden wie die Helfer.
Für Wilhelm, den Waldarbeiter, der seinen Lebensunterhalt in der unendlichen Einsamkeit der Wälder von
Britisch Kolumbien verdient, ist die Deutsche Rundschau eine wunderbare Zeitung. Ihm ist das Anliegen unserer Zeitung
so wichtig, daß er in seiner Freizeit 500 km weit fährt, um Geschäftsleute zu überzeugen,
in unserer Zeitung Anzeigen zu schalten und neue Abonnenten zu finden.
Deutsche Rundschau feiert zweijährigen Geburtstag. Viele Leserbriefe aus aller Herren Länder sind seit
unserer Erstausgabe im Juni 1997 auf unserem Redaktionstisch gelandet. Sie bestätigen, daß unsere Publikation
zwar manchmal verspätet, aber auch sonst bei unseren Lesern (fast immer) ankommt. Daß wir keineswegs
nur bei Auslandsdeutschen beliebt sind, sondern auch vom Prinz aus Togo, der Witwe von Robert Stoltz, dem Professor
in Colorado, Radiosprechern in Minsk, Bauern im Altai-Gebirge, Studenten aus einem Kibbuz in Israel Post erhalten.
Es freut uns, daß wir von den Passagieren von United Airlines, Air Canada und Canada 3000 und von Deutschsprechenden
in Afrika, Asien, Australien, Amerika und in Europa gelesen werden.
Ist es nicht verwunderlich, daß die Deutsche Lufthansa es auch nach zwei Jahren noch ablehnt, unsere Publikation
an Bord zu nehmen? Daß die zuständigen Lufthansa-Chefs unsere preisgekrönte Zeitung nicht einmal
in den Lufthansa-Warteräumen liegen sehen möchten? Ist es nicht verwunderlich, daß die Deutsche
Bank unserer Zeitung nicht nur keine Werbung gibt, sondern uns auch keine Artikel zum Thema EURO zur Verfügung
stellen will? Ist es nicht verwunderlich, daß zwar viele nordamerikanische Universitäten die Deutsche
Rundschau abonniert haben, aber keine Universität in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz bisher
die US$ 40,- für ein Jahresabonnement aufbringen wollte? Ist es nicht erstaunlich, daß die aus Steuermitteln
finanzierte deutsche Behörde Inter Nationes sich immer noch nicht dazu durchringen konnte, von den mehr als
7.000 Exemplaren, die wir kostenlos an Leser in der Dritten Welt und in Osteuropa senden, wenigstens 100 Abonnements
zu übernehmen?
Es wäre schön, wenn wir in den Chefetagen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz mehr Sympathie
für unsere Sache finden würden. Wir suchen Verbündete, die in jeder Beziehung global denken und
den Wert einer im Ausland herausgegebenen deutschsprachigen Weltzeitung zu schätzen wissen. Menschen, wie
Hilde, Karl, Lilo, Jack, Wilhelm und die anderen ungenannt gebliebenen Freunde in der Welt. Leute, die nicht nur
reden sondern tun was in ihren Kräften steht. Und was ist Ihre Meinung? Auf Ihre Zuschriften freut sich,
Ihr Juri Klugmann |