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Liebe Leserinnen und Leser, beklagen Sie auch, zu wenig Zeit zum Lesen zu haben, gar nicht alles lesen können, was Sie reizt und neugierig macht und faszinierenden Lesestoff oft unterbrechen zu müssen? Sicher kennen Sie die hypothetische, aber psychologisch interessante Fragestellung, welche drei Bücher Sie auf eine einsame Insel mitnehmen würden. Meine Buchwahl wäre je nach Lebensalter eine andere gewesen. Denn erstaunlich oft hat mir das Leben im jeweiligen Moment DAS richtige Buch in die Hände gespielt. Geht es Ihnen auch so, daß ein Buch für die Lesezeit und darüber hinaus Begleiter Ihrer Gedanken- und Gefühlswelt wird? Daß Sie sich darüber mit anderen Menschen austauschen möchten und versuchen, sie zum Lesen zu motivieren? Und daß Sie dann oft hören: Keine Zeit! Umfragen zufolge lesen die Deutschen heute seltener und oberflächlicher als früher und brechen eine Lektüre schneller ab, wenn sie ihnen nicht zusagt. Nahmen 1992 noch 16% der Menschen täglich ein Buch in die Hand, so sind es heute nur noch 6%. Die Zahl derjenigen, die nie ein Buch lesen, stieg im gleichen Zeitraum von 20% auf 28%. Als Gründe gaben 62% an, keine Zeit zu haben, 55% lieber fernzusehen, 28% Lesen sei ihnen zu anstrengend und 15% Lesen sei etwas für Leute, die nichts Besseres zu tun hätten. Dennoch zeigen die Verkaufszahlen des deutschen Buchhandels, daß das Buch noch nicht aus der Mode gekommen ist. Allerdings lesen 2/3 aller Männer und 1/3 der Frauen,
um sich zu informieren und nicht zur Ent-spannung und Unterhaltung. Nach 20 Uhr: Jedes 5.Kind allein vor dem Bildschirm! (Karikatur: Klaus Cadsky) Die Umfragen
zeigen allerdings auch, daß Computer und Internet nicht für das veränderte Leseverhalten verantwortlich sind, denn jugendliche Computernutzer lesen deutlich mehr als Gleichaltrige ohne
Computerzugang. Ihre Elisabeth von Ah
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