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Liebe Leser, wenn Sie diese Ausgabe in den Händen halten, hat Deutschland den Bundestagswahlrummel hinter sich. Ob der neugewählte Kanzler Gerhard Schröder oder Dr. Edmund Stoiber heißt, vermag ich zwar nicht vorherzusagen, doch Fakt ist, daß mit dieser Wahl eine zukunftsbestimmende Entscheidung gefällt wurde. Eine Entscheidung, die tief ins Leben und in den Alltag aller Bürger Deutschlands eingreifen wird. Eine Entscheidung, deren Ausmaß Ihnen und uns möglicherweise erst in Monaten voll bewußt wird. Vielleicht haben Sie als stimmberechtigte Auslandsdeutsche mit Ihrer Stimmenabgabe dazu beigetragen, daß die rot-grüne Regierung ab- und der auf mich blaß wirkende Bayer ins Amt gewählt wurde? Vielleicht haben Sie mit Ihrer Stimmabgabe bezweckt, daß sich das derzeit durch Schröders Kriegsabsage belastete Verhältnis zwischen Deutschland und den USA wieder entspannt? Gehören Sie möglicherweise zum Kreis derer, die sich eine deutsche Beteiligung am Krieg gegen den Irak und keinen pflaumenweichen deutschen Bundeskanzler gewünscht haben? Oder wollten Sie mit Ihrer Stimme bewirken, daß die aus Ihrer Sicht von Skandalen gebeutelte Nachfolgepartei Kohls dort bleibt, wo sie ist, auf den Oppositionsbänken? Erhofften Sie sich mit Ihrer Wahlbeteiligung, vom Ausland her Einfluß darauf zu nehmen, daß Ihren in Deutschland lebenden, arbeitslosen Verwandten und Freunden bald ein Arbeitsplatz garantiert wird? Oder stand der Wunsch nach einem baldigen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung und besseren Bildungs- und Karriereaussichten für Kinder und Enkelkinder im Vordergrund? Wollten Sie dem von einigen deutschen Medien als Genosse der Bosse verunglimpften Schröder einfach eine zweite Chance geben, weil er so sympatisch ist? Oder wählen Sie schon aus Prinzip nur CDU/CSU? Wir sind neugierig auf Ihre Antworten und Ansichten. An der Wahl zum deutschen Bundestag durfte teilnehmen, wer seit bis zu 25 Jahren im Ausland lebt und mindestens drei Monate in der Bundesrepublik Deutschland gewohnt oder sich dort sonst gewöhnlich aufgehalten hat. So weit, so gut. Ich vermißte allerdings erneut das persönliche Auftreten der Kanzlerkandidaten vor auslandsdeutschen Wählern. Wer der Meinung ist, daß der deutsche Auslandsrundfunk alle Auslandswähler mit seinen Wahlkampfinformationen erreichte, irrt! Denn in den mir bekannten auslandsdeutschen Vereinen und Klubs waren die Parteiprogramme der im deutschen Bundestag vertretenen Parteien kaum bekannt. Seit Jahren haben sich dort weder Spitzenpolitiker noch Parlamentarier blicken lassen, geschweige denn sich den Fragen der im Ausland lebenden Wählerinnen und Wähler gestellt. Somit entsteht der Eindruck, daß die in aller Herren Länder lebenden Wähler von deutschen Spitzenpolitikern und Abgeordneten nicht wirklich wahr- und ihre Interessen nicht ernstgenommen werden. Andererseits fordern auslandsdeutsche Interessenvertreter ihre Rechte nicht genügend ein und die um Stimmen balzenden Politiker nicht heraus. Hier besteht echter Nachholbedarf für alle Beteiligten. Unsere großen Anstrengungen, Ihrem berechtigten Informationsbedürfnis in Sachen Bundestagswahl, verehrte Leserinnen und liebe Leser, gerecht zu werden, waren leider nicht vom gewünschten Erfolg gekrönt. Trotz langfristiger Bitten fand sich erstaunlicherweise nur Bundeskanzler Schröder bereit, Ihre und unsere Fragen in einem Exklusivinterview zu beantworten. Unsere Schreiben an Kanzlerkandidat Dr. Stoiber und den Spitzenkandidaten der Grünen, Joseph (Joschka) Fischer wurden abschlägig beantwortet. Schade! Offensichtlich haben die beiden Herren Politiker Berater, die die Zeichen der Zeit noch nicht richtig zu deuten wissen. Entmutigen lassen wir uns dadurch natürlich nicht. Und Sie? Bitte schreiben Sie uns in wenigen Worten, was Sie im Zusammenhang mit der Bundestagswahl in Deutschland bewegte und was Sie vom neugewählten deutschen Bundeskanzler erwarten. Auf Ihre Zuschriften freut sich Ihr Juri Klugmann |
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