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Könnte Sir Stamford Raffles, der Gründer von Singapur, seine Stadt heute
wieder besuchen, würde er sie wiedererkennen? 1819 sicherte er die Rechte an dieser dicht am Äquator
gelegenen Insel für die englisch-ostindische Gesellschaft. Einige wenige Fischer lebten damals in dem dicht
bewaldeten und sumpfigen Gebiet. Heute ist diese Insel eine moderne, multikulturelle, internationale Stadt mit
vielen Parks und Grünanlagen, in der 3 Millionen Menschen wohnen und arbeiten.
Singapur hat sich in vieler Hinsicht einen guten Namen geschaffen. Es ist ein ausgezeichnetes Handelszentrum, das
nicht nur seinen Bewohnern alle Annehmlichkeiten des Lebens bieten kann. Die Besucher sind überrascht, wie
sauber und gepflegt sich die grüne Insel präsentiert. Ordnung und Sicherheit sind weitere Attribute,
die die Metropolis für sich in Anspruch nehmen kann. Diese einzigartige Stadt ist auch berühmt durch
ihre touristischen Attraktionen. In den preisgekrönten zoologischen Gärten leben über 3000 Tiere
in natürlicher Umwelt. Die meisten der seltenen Tiere gehören zu gefährdeten Arten wie das weiße
Rhinozeros oder die malaiischen Tiger. Der kleine Eisbär Innuka, der hier im Zoo geboren wurde, war für uns “Kanadier” von besonderem Interesse. Sie sind vielleicht mehr an einem Frühstück
mit einem Urang Utan interessiert, das können Sie mit der Zooverwaltung arrangieren. Die besondere Attraktion
ist die Nacht-Safari durch den indischen Subkontinent mit Löwen und Wölfen oder durch das äquatoriale
Afrika mit Giraffen, Hyänen und Gazellen. Mit der Bahn dauert diese Rundtour 45 Minuten. Es gibt auch ausreichend
beleuchtete Pfade, falls Sie die Tiere intensiver beobachten möchten. In dem 20 Hektar großen Jurong
Vogelpark – dem vielfältigsten und auch schönsten der Welt – erlebten wir die farbenprächtige Artenvielfalt
unserer Erde. Besonders beeindruckten uns die Hornbills, die einzigen Vögel mit langen Augenwimpern. Ansonsten
ähneln sie den Tucans. Mehr als 315 verschiedene Kolibris haben hier ihr Zuhause. Diese kleinsten der gefiederten
Freunde gibt es von Alaska bis Feuerland. Sie leben sowohl in eisigen Bergen als auch in den feuchten Regenwäldern.
Dieser Vogelpark ist so einzigartig, daß er auf jeden Fall zum Besuchsprogramm gehören muß. Das
tropische Unterwasseraquarium gewährt einen faszinierenden Einblick in das schillernd bunte Leben in den warmen
Gewässern. Man erlebt es fast hautnah, wenn man durch den Plexiglastunnel geht und die Fische nicht nur rechts
und links, sondern auch über sich sieht. Wem das noch nicht genügt, kann gegen eine Gebühr einen
Taucheranzug anziehen und mit einer Seekuh unter Wasser spielen.
Auch im kulturellen Leben bietet Singapur
seinen Bürgern und Gästen viel Abwechslung und Vielfalt. In dieses Kaleidoskop der Kulturen, Speisen,
Festlichkeiten und Religionen hatte Rotary International eingeladen. Fast 18.000 Rotarier aus aller Welt waren
nach Singapur geeilt, um am 90. Internationalen Rotary treffen teilzunehmen, das in diesem Jahr unter dem Motto
stand: “Follow your Rotary Dream”. Das gemeinsame Ziel der Rotarier ist, für eine bessere Zukunft zu arbeiten
und den benachteiligten Kindern der Welt zu helfen. Dieses Heer von Freiwilligen ist zusammengekommen, um weitere
Hilfsprogramme gegen Hunger, Krankheit und Armut einzuleiten. Nebenbei trifft man alte Freunde wieder oder gewinnt
neue. Die 1,2 Millionen Rotarier haben 1998 $(US) 1,5 Mio. gesammelt, um den Opfern des Balkankrieges beizustehen.
Indische und pakistanische Rotarier beschlossen gemeinsame Programme, um den armen Kindern in ihren Ländern
eine Zukunft zu geben. Der Wahlspruch der Rotarier lautet: “Service above Self” (Dienst am Mitmenschen vor Eigennutz).
Ein sehr eindrucksvolles Beispiel ist Dr. Muhammad Yanus, Professor für Wirtschaft an der Universität
Chittagong, Bangladesh. Er wurde mit der höchsten Rotary Auszeichnung geehrt für “World Understanding”.
1976 gründete Prof. Yanus eine kleine Genossenschaftsbank, um der armen Bevölkerung Zugang zu Kleinst-Darlehen
zu verschaffen. Damit konnten sie sich im Handel oder Handwerk selbständig und von den Geldverleihern unabhängig
machen. Viele der geliehenen Beträge waren unter US $50.00. Inzwischen sind bereits Milliardenbeträge
ausgezahlt worden: die Rückzahlquote beträgt 98%. Rotary ist seit 80 Jahren in Asien aktiv. 25% der 1,2
Mio. Mitglieder weltweit leben in 17 asiatischen Ländern. In den vergangenen 5 Jahren haben diese asiatischen
Länder US $1,3 Mrd. der Rotary Stiftung zur Verfügung gestellt. Das sind 38% des gesamten Spendenaufkommens,
das Rotary weltweit für humanitäre Zwecke zur Verfügung stellte. Rotarier wollen unpolitisch Einfluß
nehmen in die Geschehnisse dieser Welt. Unabhängig von Rasse, Religion und Hautfarbe wollen sie den Bürgern
dieser Erde demonstrieren, daß es Menschen gibt, die sich uneigennützig für ihre Mitbürger
einsetzen. Eine der herausragendsten Aufgaben, derer sich Rotarier angenommen haben, ist die Ausrottung der Kinderlähmung
bis zum Jahr 2005, dem 100.Geburtstag von Rotary.
Klaus Jaeckel
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