Deutsch eine Weltsprache?


Über die Motivation Deutsch zu lernen

Fest steht, Englisch ist eine Weltsprache. Als Tourist kann man sich fast überall auf der Welt in englischer Sprache verständlich machen. Diese Tatsache ermuntert nicht gerade dazu, sich eine zweite Sprache anzueignen. Während der Schulausbildung können die High School Studenten zwischen mehreren Sprachen wählen. Auch während der Collegeausbildung sind die Deutschstunden, die Beschäftigung mit deutscher Literatur nicht unbedingt die Nummer eins auf der Prioritätenliste.

Warum ist das so? Der Wunsch, Deutsch zu lernen, hält zwar für ein, zwei Semester an, wenn es aber dann um differenziertere Grammatikstrukturen geht, wird es problematisch. Da steht man als motivierter Lehrer vor einer Studentengruppe und soll nun erklären, möglichst ohne tiefgreifende Grammatik, worin der Unterschied zwischen den folgenden Sätzen liegt:

“Neben der Post befindet sich das Restaurant. Neben dem Restaurant befindet sich die Post.” Oder: “Wegen der Flugzeugverspätung konnten wir den Termin nicht einhalten. Wegen des schlechten Wetters haben wir den Termin versäumt.”

Zwei Gründe verursachen diese grammatikalischen Herausforderungen:

1. die Präpositionen (hier “wegen” und “neben”) und

2. die Artikel (hier “die Flugzeugverspätung” und “das Wetter”)

Für Touristen ist Englisch vielerorts nützlicher als DeutschDiese Tatsache verlangt vom Studierenden intensivere Beschäftigung mit der Grammatik. Das wiederum erfordert Genauigkeit im Detail und oftmaliges Wiederholen während des Lernprozesses. Das oftmalige Repetieren ist in der heutigen kurz- und schnellebigen Informationswelt nicht gerade gefragt. Grammatikstrukturen stehen aber in keinem Wörterbuch und auch eine computerunterstützte Übersetzungshilfe weist gravierende Mängel in diesem Bereich auf. Also alles Tatsachen, die ein längeres Deutschstudium erfordern, um der Sprache mächtig zu werden.

Anders verhält es sich mit der Motivation, Deutsch zu lernen, wenn jemand später im Berufsleben geschäftlich mit deutschsprachigen Ländern zu tun hat, auf Grund des regen Handels mit der EU immer öfter der Fall, oder wenn ein Student beschließt, einige Semester im deutschsprachigen Europa zu absolvieren. Dann wird der Wunsch geweckt, Deutsch und die etwas anspruchsvollere Grammatik zu lernen.

Einen Trost gibt es. Man kann die Grammatik, oder für Studenten motivierender ausgedrückt – die sprachlichen Herausforderungen –, bis zu einem hohen Grad technisch (“idiomatisch”) erklären und somit die richtige Anwendung der deutschen Sprache erreichen. Das wäre aber Stoff für einen weiteren Artikel.

Anna Maria Mangum-Moser

(Foto: C. Funke)

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