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Das Unternehmen S*BIO Pte. Ltd. ist Vorreiter der neuen Industriebranche Bislang galt Singapur vor allem als Mekka der Mikro- und Unterhaltungselektronik. Um sich der weltweiten Revolution auf dem Sektor der Life Sciences zu stellen, hat der Tigerstaat jetzt ein ehrgeiziges Programm mit multinationalen Kooperationspartnern aus dem Boden gestampft. “In Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen und Forschungsinstituten wollen wir zum Aufbau eines lokalen Unternehmensnetzwerks zur Unterstützung der Life Sciences-Industrie beitragen”, unterstreicht George Yeo, Brigadegeneral des Ministeriums für Handel und Industrie, die Pläne der Regierung. Um die Entwicklung so rasch wie möglich voranzutreiben, wurde ein vom “Singapore Economic Development Board” (EDB) verwalteter F&E-Fonds kurzfristig um 1 Milliarde US$ aufgestockt. Dies werde es dem EDB ermöglichen, mit global führenden Life Sciences-Unternehmen zusammenzuarbeiten, heißt es in einer Stellungnahme der Regierung.
Rückenwind für die Life Sciences-Branche verspricht sich die Regierung insbesondere durch Kooperationen mit der bereits etablierten medizinisch-technischen Industrie. Mittlerweile gibt es in dem Stadtstaat bereits 17 Medizintechnik-Unternehmen, bei denen fast 4000 Menschen beschäftigt sind. Im Jahre 1999 erwirtschafteten diese Unternehmen Erlöse von über 1.3 Mrd. US-Dollar, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 16 Prozent entsprach.
Zunächst will sich das Unternehmen auf die Bereiche Tumorerkrankungen und Infektionen konzentrieren, um unter Verwendung einer auf kleinen Molekülen und der Genomik basierenden Technologie Therapeutika, Diagnostika und Impfstoffe zu entwickeln. Im Rahmen dieser Aktivitäten will S*BIO eng mit lokalen Universitäts- und Forschungsinstituten zusammenarbeiten, die wiederum den Schwerpunkt ihrer Arbeiten zunehmend auf die Schaffung multiinstitutionaler und fächerübergreifender Zusammenarbeit legen. Das Spektrum des F&E-Reigens erstreckt sich dabei von der Biomedizinischen Grundlagenforschung über die Informatik bis hin zur biomedizinischen Technik und klinischen Forschung. An der Spitze dieser Bemühungen steht indessen das singapurische Genomikprogramm, mit dem die Genomik der in der Region endemischen Krankheiten erforscht werden soll. Das Programm zielt darauf ab, neuartige Gentargets für die Entwicklung neuer Therapeutika und Diagnostika zu identifizieren. Im Rahmen dieser Aktivitäten soll auch der Forschungsschwerpunkt von S*BIO langfristig auf die Entwicklung innovativer Medikamente gegen Krankheiten, die besonders in Asien verbreitet sind, fokussiert werden. Philip Yeo beschrieb das Gemeinschaftsunternehmen als “eine bedeutende Investition, durch die weitere Unternehmen dazu ermutigt werden, wertschöpfungsstarke vorgelagerte F&E-Aktivitäten verstärkt in Singapur durchzuführen.” Der Technologietransfer von führenden Biotechnologie-Unternhmen wie Chiron sei für den Ausbau der Forschungsmöglichkeiten wesentlich. “Dies ist notwendig, um die Branche zu einer weiteren Säule der Wirtschaft zu machen”, fügt er hinzu. Zur Entwicklung der jungen Industrie will Singapur künftig die private Forschung und Entwicklung verstärkt fördern, um die erforderliche “kritische Masse” an Aktivitäten möglichst rasch zu erreichen. George Yeo zeigt sich zuversichtlich: “Unsere Universitäten und Forschungsinstitute haben gute Fortschritte gemacht – ich bin davon überzeugt, daß wir in kürzester Zeit ein Weltklasse-Zentrum auf dem Gebiet der Life Sciences aufbauen werden.” George Yeo’s Zuversicht baut auf Tradition: So hatte die gezielte Einbeziehung von ausländischen Direktinvestitionen dem Stadtstaat die notwendigen Entwicklungsanstöße für die ökonomischen Erfolge der letzten Dekaden beschert. Multinationale Unternehmen (Multinational Corporations (MNC)) sind heute die zentralen Wirtschaftsakteure in Singapur: Die ca. 4000 in Singapur ansässigen “Multis” erwirtschaften ein Exportvolumen von rund der Hälfte des nationalen Bruttoinlandsprodukts. In einer Stellungsnahme des EDB wird diese bewährte Strategie auf den Punkt gebracht: “Without MNCs, there will be no modern Singapore.” Dr. Rolf Froböse |
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