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Wiedergeburt des Homunkulus |
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Die Alchimisten versuchten es, Goethe ließ nach der Anleitung von Paracelsus in Faust II einen durch den Famulus Wagner erzeugen, doch niemand dachte, es könne einmal Wirklichkeit werden. Sie begann im Ernst mit den schottischen Wissenschaftlern unter Ian Wilmut und dem von ihnen geklonten Schaf “Dolly” im Jahr 1996. Menschliche Wunschbilder waren von alters her der Anlaß zu den das menschliche Los erleichternden Erfindungen und den revolutionären Entdeckungen in der Medizin. Wer wünschte sich nicht nach dem vorzeitigen Tod eines gewollten und geliebten Babys ein neues? Vorausgesetzt ist jedoch die Fruchtbarkeit beider Eltern. Oft ist Krankheit im Wege, sehr oft sind es Geburtsfehler. Wer unter erkrankten Organen leidet, wünscht sich einen greifbaren Ersatz. Hunderttausende warten heute auf Organspender.
Die offene Debatte über Abtreibung, über den Beginn des Mensch-Werdens eines Embryos und letztlich über die Euthanasie ist bisher vergleichsweise zahm verlaufen gegenüber dem auf uns zukommenden Für-und-Wider über die Erzeugung eines genetischen Doppels durch menschliche Hand. “Der Mensch darf nicht Gott spielen”, heißt die Losung vieler gläubiger Christen, dem entgegen das Bibelwort aus dem alten Testament: “Seid fruchtbar und vermehret Euch!” steht. Der Amerikaner Randolfe H. Wicker, ein Homosexueller, verlangt bereits Sonderrechte für zukünftige Klone. Unter der Adresse www.CloneRights. com wirbt er durch eine Webseite für eine gemeinsame Front aller, die glauben, das geforderte Recht sei ihnen bereits durch die Verfassung garantiert. Die Erzeugung von Dolly wies den Weg: Eine entkernte Eizelle wird mit einer Körperzelle verschmolzen. Der Vorgang ist relativ einfach und durchaus machbar. Ist die menschliche Gesellschaft bereit, das Verdikt der Forschung anzunehmen? Alles deutet auf prinzipielle Ablehnung hin. Ist diese Absage unbegründet? Man denke an die reale Möglichkeit, einige geschichtliche Monster des 20ten Jahrhunderts aus ihrem gefrorenen Gewebe zu klonen und sie erneut auf uns loszulassen. Hans H. Vogt Latein für “Menschlein” |
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