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Landgewinne
stets mit Gewalt erkämpft
Der ungekrönte
Bayernkönig Franz Josef Strauß wollte nach eigenen Aussagen Preußen bis
zum letzten Bayern verteidigen. Damit begab er sich in die Reihe der Verfechter
sogenannter preußischer Tugenden.
Aus
realer, rein geschichtlicher Sicht war Preußen eine Armee ohne Land. Friedrich
II. führte drei Kriege gegen die österreichische Kaiserin Maria Theresia,
um sich Schlesien einzuverleiben. Die Herrscherin galt zu ihrer Zeit zumindest
als ebenso aufgeklärt wie der Preußenkönig. Die fortlaufende Aggression
gegenüber den Nachbarn begründete das aus der Mark Brandenburg hervorgegangene
militärisch allmächtige Preußen, das seinen Landgewinn mit Gewalt erkämpfte.
Des Staates erster Diener schaffte einen Rechtsstaat ohne demokratische
Basis.
Nicht
die vornehmen aristokratischen Werte halten einen Staat zusammen, sondern
der Wille des Volkes. Das im späteren Verlauf der deutschen Geschichte
verheerende Obrigkeitsdenken (schlichthin auch Kadavergehorsam genannt)
leistete einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu dem Inferno von 1945.
Die preußisch geprägte deutsche Generalität wußte am Tag der endgültigen
Katastrophe nur eine Antwort auf ihr völliges Versagen: “Wie das Gesetz
es befahl”, wobei der ehemalige Gefreite Adolf Hitler das Gesetz bestimmte.
Die moralischen Skrupel des Prinzen von Homburg erwachten nur gegen Ende
1944, nachdem die Niederlage des Großdeutschen Reiches endgültig besiegelt
war. Trotz dieses Wissens schickten deutsche Befehlshaber Zigtausende
im aussichtslosen Kampf gegen die Welt in den Tod.
Das schlichte
Auftreten, das mehr Mehr-Sein-als-Scheinen-Wollen sind hervorragende menschliche
Werte, die nicht nur preußischen Ursprung haben. Wenn es heute an diesen
Tugenden mangelt und Selbstdisziplin und Pflichterfüllung für manchen
in der heutigen Welt Fremdworte sind, dürfte ein Hinweis auf die preußischen
Eigenschaften erlaubt sein, jedoch ohne Glorifizierung des stattgefundenen
mörderischen Mißbrauchs
Hans
H. Vogt
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