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Distanz lehrt sehen. Oft wirft ein Artikel aus fernem Ort wie z.B. Ontario klareres Licht auf die Verhältnisse in Europa und Deutschland als peinlich genaue Berichte der Medien vor Ort. Die Haltung engagierter Distanz verbindet die in Kanada erscheinende und weltweit gelesene Deutsche Rundschau mit der Deutschen Nationalstiftung. Beide Einrichtungen möchten in den kommenden Monaten ein gemeinsames Projekt zu beider Nutzen starten, das auf positive Aufnahme bei den Lesern hofft. Helmut Schmidt ist den Lesern der Deutschen Rundschau gut bekannt; in loser Folge erschienen seit längerem Artikel von ihm zu Fragen deutscher und europäischer Politik. Auf seine und die Anregung von Herrn Hans H. Vogt, Kettleby, geht die Initiative von Herrn Klugmann zurück, die die Stiftung gern aufgreift: Namhafte Repräsentanten ihrer Gremien werden in den nächsten Ausgaben Kommentare zum Zeitgeschehen in Deutschland und Europa veröffentlichen. Auch den Leser aus Übersee dürften so kundige wie kritische Kommentare zu Leitthemen einer Region interessieren, die seit dem Zerfall des sozialistischen Ostblocks von besonderer Dynamik geprägt ist. Geplant sind Beiträge etwa zum Stand und zu Perspektiven der Wiedervereinigung, zum Finanzplatz Deutschland in der globalen Wirtschaft, zur Bildungsreform, zum Rechtsextremismus etc. Die Beiträge sollen die katalysatorische Wirkung von Stiftungen in modernen Gesellschaften belegen. Zugleich möchten sie auf eine noch junge Stiftung hinweisen, die Interesse und Zuwendung verdient. Die engagierte Distanz läßt sich auch räumlich verstehen. Das Wechselspiel von räumlicher Ferne, historischer Nähe, menschlichen Begegnungen durch Raum und Zeit prägt den Dialog zwischen Europa und Nordamerika seit Jahrhunderten. Engagement trotz Distanz erhoffen sich die Rundschau und die Deutsche Nationalstiftung von dieser Zusammenarbeit auch konkret. Wir laden die deutschsprachigen Leser in Nordamerika und allen Teilen der Welt herzlich ein, die Kommentare mit Interesse aufzunehmen und zu begleiten. Lassen Sie uns Ihre Meinung hierzu wissen und bleiben Sie uns gewogen. Dr.
Albrecht von Kalnein
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